„Kommt, wir woll'n Laterne laufen...“

Wie kann man den Tag der Deutschen Einheit besser nutzen als in der Gemeinschaft und die Worte aus Kindermund als Einladung nehmen?

Das dachten sich auch die Kinder mit ihren Eltern des Kirchenbezirkes Halle (Saale). Sie trafen sich an diesem freien Tag im Gemeindezentrum Mücheln zu einem Laternenfest. 17:00 Uhr war Startschuss. Nach dem gemeinsamen Gebet mit dem Bezirksevangelisten gab es eine kleine Einweisung durch den Organisator. Anschließend konnte sich ein jeder nach Lust und Laune betätigen.

Es konnten kleine Igel und Fledermäuse gebastelt werden, gemalt und auch mit Kastanien das handwerkliche Talent unter Beweis gestellt werden. Fleißige Hände hatten von den braunen Früchten einen großen Korb voll gesammelt. Gut kamen auch die geliebten Loom-Bänder an, und das nicht nur bei den Mädchen.

Wenn man um die Ecke des Kirchengebäudes ging, musste man aufpassen, dass man sich nicht die Finger verbrannte. „Onkel“ Heiko hatte große Gerätschaften aufgefahren und flüssiges, heißes Zinn ließ die Kinderaugen leuchten. Beim Gießen des heißen Metalls war vom Glücksschwein bis zur Schildkröte oder Eule alles machbar. Nicht selten musste auf den Sicherheitsabstand zur heißen Herdplatte hingewiesen werden.

Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz. Eine überquellende Schüssel voll Stockbrotteig stand zum Verzehr bereit. Das Feuer knisterte und vor allem bei den „Großen“ kam die heiße Glut sehr gut an.

Das eigentliche Highlight stand aber erst noch bevor: Eine Nachtwanderung durch die Katakomben von Mücheln. In zwei Gruppen wurde den Kindern mit Mama und/oder Papa durch einen Nachtwächter allerlei Wissenswertes vermittelt. Er führte zu Resten der alten Stadtmauer, dem Topfmarkt mit Brunnen und dem Marktplatz. An allen Stationen erzählte er vom Leben aus längst vergangenen Tagen und beantwortete die Fragen der Kinder. Zum Abschluss der Führung am Rathaus angekommen, konnte der Rathauskeller mit seinen drei Stockwerke tiefen Gewölben besichtigt werden. Dort galt es, kleine Rätsel zu lösen.

Zurück von der gruseligen Tour konnte der Hunger mit Kartoffelsalat und Wiener Würstchen gestillt werden.

Mit einer kleinen Gutenachtgeschichte ging der Abend still und leise zu Ende. Einige Kinder führten ihre Laternen noch einmal aus, bis sie, vermutlich schon auf dem Heimweg, vor lauter Erschöpfung nach so einem schönen Nachmittag, einschliefen.

Ein Papa sagte: „Meinen Töchtern hat es sehr gut gefallen, so schnell werden sie diesen Tag nicht vergessen“.